
Dieses Kurz-Glossar erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Für
weitergehende Informationen siehe u.a.:
Ø im Internet www.olev.de von (Autor: B. Krems) und
Ø die Loseblatt-Zeitschrift Rechnungswesen und Controlling in der öffentli-chen
Verwaltung, hrsg. von E. Meurer und G. Stephan, Freiburg 1999
(einschließlich CD ROM mit Suchfunktion)
Abgrenzung(sbericht)
KLR-relevante Einnahmen/Ausgaben werden von den nicht KLR-relevanten abgegrenzt.
Der Abgrenzungsbericht macht das KLR-Ergebnis und seine Überführung
in das Haushaltsergebnis transparent.
Abschreibungen
Sie erfassen den Werteverzehr für materielle und immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens (> 410 0 + MWSt), die nicht innerhalb einer Rechnungsperiode
verbraucht werden. Dadurch kann der Werteverzehr auf die Nutzungszeit verteilt
werden. Die Abschreibungsbeträge werden von der » Anlagenbuchhaltung
für die KLR bereitgestellt.
Als Verfahren der Abschreibung unterscheidet man vor allem die lineare (gleiche
Beträge/Jahr) und die nutzungsbedingte Abschreibung. Die Standard-KLR geht
von der linearen Abschreibung aus, gestattet optional die nutzungsbedingte Abschreibung.
Anlagenbuchhaltung
Sie führt die Bestandsdaten der inventarisierten Anlagengegenstände.
Das Anlagenverzeichnis dient der
» Berechnung des jährlichen Werte-verzehrs (ðAbschreibungen),
» Berechnung der kalkulat. Zinsen,
» Erfassung des Eigentums an Grundstücken und Gebäuden und der
Berechnung eines Nutzungsentgelts (kalkulatorische Miete).
Aufwand, Ausgaben, Auszahlungen
Rechentechnische Begriffe in Abgrenzung zu » Kosten: Auszahlungen verändern
lediglich den Zahlungsmittelbestand, Ausgaben erfassen auch das Geld-, Aufwand
zusätzlich das Sachvermögen. Es gibt einen kostengleichen Aufwand,
einen neutralen Aufwand (= keine Kosten, nicht betriebsbedingt) und Zusatzkosten
(Kosten, kein Aufwand) sowie Anderskosten, » kalkulatorischen Kosten.
Balanced Scorecard (BSC)
ist ein Steuerungskonzept, das Strategie und operatives Handeln verknüpft.
Der Grundgedanke der BSC ist, dass der wirtschaftliche Erfolg einer Organisation
sich auf Faktoren gründet, die hinter den finanziellen Erfolgsgrößen
stehen und diese ursächlich bestimmen. „Balanced“ verdeutlicht,
dass mehrere Steuerungsbereiche ausbalanciert werden müssen.
Daher beachtet BSC neben den Finanzen drei weitere Perspektiven: Kunden, internen
Prozesse sowie Lernen und Entwicklung. BSC kann die Grenzen üblicher Controlling-Instrumente,
dadurch überwinden, dass sie auf die Strategie ausgerichtet ist und diese
im Unternehmen kommuniziert.
Benchmarking
Der aus der Geodäsie stammende Begriff dient als Bezugspunkt, als Standard,
an dem etwas gemessen oder beurteilt werden kann (benchmark = Maßstab
festlegen). Benchmarking ist vereinfacht die Suche nach den besten Lösungen
- best practices - die zu Spitzenleistungen führen. Es bezeichnet
einen kontinuierlichen Prozess, Produkte, Dienstleistungen und Abläufe
mit denen anderer Institutionen zu vergleichen. Ziel ist, dadurch Anregungen
zur Verbesserung von Effek-tivität und Effizienz zu erhalten.
Internes Benchmarking bezeichnet i.a. einen Vergleich innerhalb der Behörde,
externes Benchmarking Vergleiche zwischen Behörden oder mit der Privatwirtschaft.
Externes Benchmarking setzt ein hohes Maß an Homogenität zwischen
den verglichenen Institutionen voraus.
Berichtswesen
Zweck des Berichtswesens ist es, steuerungsrelevante Informationen aus der KLR
aufzubereiten und für Entscheidungen bereitzustellen. Dazu zählen
nicht nur schriftliche Berichte, sondern auch online-Informationen. Man unterscheidet
Standard-, Abweichungs- und Sonderberichte.
Betriebsabrechnungsbogen (BAB)
Er ist eine tabellarische Übersicht und informiert darüber, welche
Kosten(arten) in den » Kostenstellen in einer Periode, z.B. einem
Monat, angefallen sind. Es werden die Gemeinkosten erfasst und verrechnet (»
innerbehördliche Leistungs-verrechnung), und zwar sowohl für
extern bezogene Leistungen (z.B. Energie) und für intern erstellte Leistungen
(z.B. IT-Unterstützung). Letztlich müssen alle Kosten den »
Hauptkostenstellen zugerechnet werden (durch Umlage der sekun-dären
» Gemeinkosten der Hilfskostenstellen).
(Betriebs-)Ergebnisrechnung
Bezeichnung für » Kostenträgerzeitrechnung, auch Ergebnisrechnung
genannt. Sie stellt Erlöse und Kosten zur Ermittlung des Betriebsergebnisses
für einen Abrechnungszeitraum gegenüber – auch unterjährig
als kurzfristige Erfolgsrechnung.
Bezugsgrößen
sind Schlüssel, mit denen » Gemeinkosten im Wege der »
innerbetrieblichen Leistungsverrechnung auf unterschiedliche Produkte
verrechnet werden. Man unterscheidet Mengen- (z.B. qm) und Wertschlüssel
(z.B. Einzelkosten). Beispiel: Die Kosten der Telefonzentrale lassen sich nach
Anzahl der Telefonanschlüsse oder der telefonierten Einheiten an die einzelnen
Kostenstellen weiterbelasten, die Heizungskosten nach qm Raum.
Bürokratie
Nach Max Webers Bürokratiemodell garantiert nur die Bürokratie
eine legale Herrschaft (im Gegensatz zur früheren absolutistischen Willkürherrschaft),
eine formale Gleichheit durch Regelbindung (Legalität) und gewährleistet
so die originalgetreue Umsetzung vorgedachter Normen. Sie basiert auf systematisiertes
und formales Recht und spezialisierten Verwaltungsstäben.
Bürokratie ist heute negativ besetzt: z.B. mangelnde Effektivität
und Effizienz, schwerfällige Entscheidungsprozesse, formaljuristisches
Denken und Handeln, steile Hierarchien.
Durch » New Public Management soll dem gewandelten Rollenverständnis
von Staat und Verwaltung entsprochen und die Schwächen der Bürokratie
überwunden werden („Paradigmenwechsel“).
Budget, Budgetierung
Budget nennt man die zusammenfassende und vollständige Darstellung
der geplanten Tätigkeit des Unternehmens in einer bestimmten Planperiode,
dargestellt in Geldeinheiten. Unter Budgetierung versteht man die eigentliche
Technik der Budgetaufstellung sowie die praktische Anwendung des Budgets.
Budgetierung geht weiter als die Flexibilisierung (= Behörden
können im Rahmen der vom Parlament gebilligten Ansätze (Haushaltsgesetz)
bei der Bewirtschaftung der Ausgaben Korrekturen/Veränderungen in eigener
Zuständigkeit vornehmen). Sie ist zunächst inputorientiert, soll aber
mit Unterstützung durch » Kosten- und Leistungsrechnung
zu einer outputorientierten Budgetierung (» Produkthaushalt)
fortentwickelt werden.
Bei Budgetierung werden den Verwaltungsbereichen Finanzmittel („Fachbereichbudgets“) als globaler (dezentral aufzuteilender) Ansatz vorgegeben, vor allem bei » Dezentraler Ressourcenverantwortung. Die Budgetierung enthält auch eine Anreizsteuerung, leistungsbedingte Minderausgaben oder Mehreinnahmen verbleiben bis zu 50 % beim Fachbereich.
Im Sinne der » Outputsteuerung soll die inputorientierte Budgetierung (kameral) im Zusammenhang mit der » Kosten- und Leistungsrechnung zu einer outputorientierten Budgetierung (» Produkthaushalt), die auf einem Produktkatalog und einer Leistungs- und Kostenplanung basiert, fortentwickelt werden.
Bundeskontenrahmen
Er stellt das für die Bundesverwaltung verbindliche System von Konten dar
und ist die Basis für die Entwicklung der behördenindividuellen »
Kosten-/ Leistungsartenpläne.
Business (Process) Reengineering
zielt auf eine radikale Neugestaltung (Quantensprünge) der erfolgskriti-schen
Geschäftsprozesse (Ablauforganisation). Dabei werden die Prozesse vom (externen
oder internen) Kunden her gesehen und industrielle Traditionen wie Arbeitsteilung,
hierarchische Kontrolle u.a. in Frage gestellt.
Controlling
Allgemein formuliert ist Controlling die Sicherstellung von Rationalität
(im Sinne von Zweckrationalität) in der Führung. Es dient der Versorgung
des Managements mit steuerungsrelevanter Information und der Koordination, um
Effektivität und Effizienz zu verbessern. Controller leisten begleitenden
betriebswirtschaftlichen Service für das Management zur zielorien-tierten
Planung und Steuerung
Leichter fällt die Negativabgrenzung. Controlling ist nicht:
» Kontrolle – diese ist stets vergangenheitsorientiert, Controlling
hingegen zukunftsorientiert, (to control = steuern, regeln),
» Management – Controlling dient der Steuerung, steuert aber nicht
selbst.
Controlling umfasst die Schritte Planung, Kontrolle und Information, es ist
als ein informatives Rückkopplungssystem zu verstehen, das rechtzeitige
Interventionen (Steuerung) bei Zielabweichungen erlauben soll.
Eine vereinfachte Analogie zum Controlling ist der Navigator an Bord eines Schiffes,
der der Schiffsführung Emp-fehlungen hinsichtlich Kurs und Fahrt des Schiffes
gibt; die Entscheidung obliegt jedoch der Führung (Ausnahme: der Lotse
als Navigator übernimmt selber das Steuer).
Man unterscheidet zwischen:
» strategischem Controlling (langfristig, bezieht sich auf die Erfolgspotentiale)
» operativem Controlling (kurzfristiger Erfolg) mit der Kosten- und Leistungsrechnung
als Hauptinstrument.
Customizing
dient dazu eine Standardsoftware (in gewissen Grenzen) durch software-spezifische
Einstellungen auf die Anforderungen des jeweiligen Kunden einzustellen.
Corporate Identity
ist ein Managementkonzept, das darauf abzielt, die Identifikationsmöglichkeiten
mit den Unternehmenszielen für die Mitarbeiter auszubauen und zugleich
ein einheitliches Image des Unternehmens gegenüber der Öffentlichkeit
zu schaffen.
Deckungsbeitrag(srechnung)
Wichtiges Element der » Teilkostenrechnung. Der Deckungsbeitrag ergibt
sich aus der Differenz der Erlöse minus den variablen Kosten. Er gibt an,
mit wieviel 0 ein Produkt zum Abdecken der fixen Kosten beiträgt. Diese
Information ist wichtig für mehrere betriebliche Entscheidungen wie z.B.
Fremdbezug oder Eigenfertigung.
Im Gegensatz zur einstufigen differenziert die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
den Fixkostenblock in mehrere Fixkostenschichten, z.B. nach Abbaufähigkeit
oder der Zurechenbarkeit auf spezielle Bezugsobjekte wie fixe Kosten, die sich
Abteilungen zuordnen lassen. Sie ist gleichsam ein Mittelweg zwischen der vollständigen
Überwälzung der fixen Kosten auf die Produkte und dem vollständigen
Verzicht auf die Verrechnung fixer Kosten auf die Produkte.
Dezentr. Ressourcenverantwortung
ist ein wesentlicher Bestandteil einer » Neuen Steuerung bedeutet die
Übertragung der Ressourcenverantwortung von den Querschnitts- auf die Facheinheiten,
so dass hier eine Ergebnisverantwortung entstehen kann - im Gegensatz zu der
sonst bestehenden „organisierten Unverantwortlichkeit“ (Banner).
Als Vorteile solcher Verantwortungs-zentren sieht man den Abbau von Komplexität,
die Schaffung von Transparenz, die Zurechenbarkeit von Kosten und Leistungen,
die Möglichkeit der Budgetierung, die Herstellung einer Einheit von Entscheidung
und Verantwortung und die Möglichkeit der Institutionalisierung von wettbewerbsadäquaten
Mechanismen.
Divisionskalkulation
Verfahren der Kostenträgerstückrechnung (» Kalkulation)
zur Ermittlung der Stückkosten, wenn weitgehend einheitliche Produktarten
hergestellt werden. Zur Ermittlung der Stückkosten (Kosten je Produkt)
werden die gesamten Kosten eines Produkts durch die erzeugte Menge dividiert.
Doppik
Sie ist das Rechnungssystem der Privatwirtschaft und stellt ein geschlossenes
System dar, das sowohl Erfolgs-, Vermögens- und Finanzrechnung als auch
die Kosten- und Leistungsrechnung umfasst. Hingegen dient die Kameralistik lediglich
als Finanzrechnung, die erst noch um eine (partielle) Vermögensrechnung
und KLR ergänzt werden muss. Diese „Optimierung“ der Kameralistik
gilt gegenüber dem Verbundsystem der Doppik als kostspieliger Umweg.
Der Begriff der Doppik wird auch für den Buchführungsstil in der Privatwirtschaft
verwendet: doppelte Buchführung, d.h. jeder Vorgang wird auf zwei Konten
gebucht, z.B. die bargeldlose Zahlung von Gehältern auf dem Bestandskonto
Bank und auf dem Erfolgskonto Löhne/Gehälter.
3-E(benen) Konzept
Es definiert drei Steuerungsgrößen für das Controlling in der
Verwaltung: » Effektivität (Bereich der Politik), »
Effizienz und Prozesseffizienz (Verwaltung), die Effizienz gehört
sowohl zum Einflussbereich der Politik als auch der Verwaltung. Ursprünglich
bedeutet 3 E: effectiveness, efficiency
und economy –für Prozesseffizienz als Relation
von Soll- (als Minimalkosten) zu Istkosten.
Effektivität
Sie untersucht das Verwaltungshandeln im Hinblick auf seine Wirksamkeit, ohne
dabei ausdrücklich darauf einzugehen, wie die angestrebten Ziele erreicht
werden. Effektivität bezeichnet das Verhältnis von Outcome (Wirkungen)
zu den Zielen. Ganz vereinfacht heißt Effektivität (im Gegensatz
zur Effizienz): die richtigen Dinge tun. »3-E-Konzept.
Effizienz
Sie untersucht das Verwaltungshandeln im Hinblick auf seine Wirksamkeit. Effizienz
bezeichnet das Verhältnis von Output zu Input im Rahmen gegebener Ziele.
Ganz vereinfacht heißt Effizienz (im Gegensatz zur Effektivität):
die Dinge richtig tun. » 3-E-Konzept.
Einnahmen, Einzahlungen, Ertrag
Rechentechnische Begriffe in Abgrenzung zu » Leistungen, analog
zu Ausgaben, Auszahlungen und » Aufwand.
Einzelkosten (direkte Kosten)
lassen sich direkt, also verursachungsgerecht, den einzelnen Produkten zurechnen.
Das Gegenstück zu den Einzelkosten sind » Gemeinkosten. Einzelkosten
haben einen viel geringeren Anteil an den Gesamtkosten als die Gemeinkosten.
Um den dominierende Anteil der Personal-Gemeinkosten im öffentlichen Sektor
zu „managen“, werden diese mittels Zeitauf-schreibungen den Produkten
zugeordnet.
Ergebnisrechnung
» (Betriebs-)Ergebnisrechnung
Ergebnissteuerung
» Outputsteuerung
Erlöse
sind Einnahmen, die eine Behörde als Entgelt für eine Leistung erhält.
Die Erlösarten sind im Kosten-/Leistungsarten-artenplan spezifiziert.
Finanzbuchhaltung
Sie erfasst die Beziehungen eines Betriebs zur Außenwelt. Ihre Aufgabe
ist es, die Geschäftsvorfälle belegmäßig fort-laufend und
lückenlos zu erfassen und kontenmäßig zu verrechnen. Die Zahlen
der Finanzbuchhaltung bilden die Grund-lage für die Bilanz (Information
über Finanz- und Vermögenslage) und die Erfolgsrechnung (Gewinn- und
Verlust-rechnung). Die Gliederung der Konten der Finanzbuchhaltung in Unternehmen
richten sich nach dem Industriekonten-rahmen (1986). Die Inhalte der Finanzbuchhaltung
bilden die Basis der » Kosten- und Leistungsrechnung („Betriebs-buchhaltung“).
Fixe Kosten
sind Kosten, die unabhängig von der erzeugten Menge anfallen, z.B. beim
PKW: Haftpflicht, Steuer. Benzinverbrauch zählt hingegen zu den »
variable Kosten. Fixkosten können gar nicht oder nur begrenzt
beeinflusst werden. Mittel- bis langfristig können jedoch alle Kosten als
variabel und damit steuerbar angesehen werden.
Gemeinkosten
Gemeinkosten sind Kosten, die einem Produkt nicht direkt zugeordnet werden können.
Beispiel: eine Führungskraft arbeitet für mehrere Produkte ihres Bereichs.
Gemeinkosten können nur über Verteilungsschlüssel (» Bezugsgrößen)
den einzelnen Produkten - indirekt - zugerechnet werden.
Das Gegenstück zu den Gemeinkosten sind die » Einzelkosten.
Im öffentlichen Sektor wie auch in anderen Dienst-leistungsbetrieben dominieren
die Gemeinkosten gegenüber den Einzelkosten.
Primäre Gemeinkosten sind Kosten für von außen bezogene
Güter, die aus der Buchhaltung übernommenen, nach Kostenarten gegliederten
Gemeinkosten, die aufgrund von Belegen oder Verteilungsschlüsseln auf Kostenstellen
verrechnet werden. Sekundäre Gemeinkosten entstehen durch die
Umlage der Kosten der Hilfskostenstellen auf andere Kostenstellen (»
Innerbetriebliche Leistungsverrechnung) und sind kostenartenmäßig
nicht mehr erkennbar.
Hauptkostenstellen
» Kostenstellen lassen sich nach rechnungstechnischen Gesichtspunkten
in Hilfs- und Hauptkostenstellen unterscheiden. In Hauptkostenstellen werden
Leistungen für externe Produkte erbracht, in Hilfskostenstellen hingegen
innerbetriebliche Leistungen. Hauptkostenstellen werden teilweise auch als Endkostenstellen
bezeichnet. Die (Gemein-)Kosten der Hauptkostenstellen werden schließlich
den Pro-dukten zugeschlagen.
Hilfskostenstellen
» Kostenstellen lassen sich nach rechnungstechnischen Gesichtspunkten
in Hilfs- und Hauptkostenstellen unterscheiden. Hilfskostenstellen sind alle
Kostenstellen, an denen interne Leistungen erbracht werden. (z. B. IT, Druckerei,
Personal, Beschaffung). Im Rahmen der Gemeinkostenverrechnung (» innerbetrieblichen
Leistungsverrechnung) werden zunächst die Kosten der Hilfskostenstellen
(z.B. IT, Druckerei, Personal, Beschaffung) auf andere Hilfs- oder auf Haupt-Kosten-stellen
verrechnet.
Man unterscheidet drei Typen von Hilfskostenstellen:
» Servicekostenstellen: Ersteller von intern nachgefragten Produkten,
die direkt den Leistungsprozess unterstützen (z. B. IT-Kostenstellen, Druckerei).
» Administrationskostenstellen: Ersteller von intern nachgefragten. administrativen
Produkten (z.B. Haushalt, Personal).
» Leitungs-/Managementkostenstellen: Ersteller von Leistungen, die nicht
direkt nachgefragt werden, für den Bestand der Organisation jedoch erforderlich
sind (z.B. Be-hörden-, Abteilungsleitung).
Implementation
umfasst vor allem:
» Installation geeigneter PCs und Aufspielen der Software
» Einrichten der Software (soweit möglich) auf die Anforderungen
» Stammdaten (Haushalt, Produktkatalog, Kostenstellen, Anlagegüter
usw. eingeben
» Schnittstellen zu bereits vorhandener Software herstellen
» System-, Integrations-, Leitungstest
Indikatoren
sollen nicht direkt messbare Sachverhalte näherungsweise abbilden und diese
einer Quantifizierung und Beurteilung zugänglich machen. Im Gegensatz zur
willentlichen Informationsverkürzung bei » Kennzahlen liegt
bei Indikatoren eine zwangsweise Informationsverkürzung vor.
Innerbetriebliche Leistungsverrechnung
Sie bezieht sich auf interne Leistungen (Gegensatz: Leistungen an Externe) für
andere Kostenstellen, z.B. Service-leistungen der Querschnittseinheiten wie
IT-Leistungen. Diese Leistungen werden in der Kostenstellenrechnung als sekundäre
Gemeinkosten weiterverrechnet, d.h. von der Service leistenden Kostenstelle
an die nachfragende Kosten-stelle weiterbelastet. Als Verfahren bedient man
sich bei einse-tigen Leistungsbeziehungen (alle Leistungen fließen in
eine Richtung) meistens des Stufenleiterverfahrens. In der Realität sind
allerdings wechselseitige Leistungsbeziehungen anzutreffen, so dass Verfahren
einer gegenseitigen Leistungsverrechnung (z.B. Iterations- oder Verrechnungspreis-verfahren)
zum Zuge kommen.
Die innerbetriebliche Leistungsverrechnung ist ein Ausgleich für fehlende
Marktbeziehungen und unterstützt die optimale Verteilung aller Ressourcen
zwischen den einzelnen Referaten einer Behörde.
Istkostenrechnung
Kostenrechnung auf Basis der in der Rechnungsperiode tatsächlich angefallenen
Kosten (Gegenbegriff: » Plankosten-rechnung).
Kalkulation
Bezeichnung für » Kostenträgerstückrechnung, sie
ermittelt die Selbstkosten je » Kostenträger. Dafür
gibt es je nach Art der Leistungserstellung unterschiedliche Verfahren, vor
allem: » Divisionskalkukation und » Zuschlagskalkulation,
ferner Äquivalenzziffernkalkulation, Maschinenstundensatzrechnung und Kuppelkalkulation.
Kalkulatorische Erlöse
können eingesetzt werden, wenn man für die erbrachten Leistungen keine
Erlöse erzielt, man aber dennoch den Wert dieser Leistungen in Geld ausdrücken
möchte.
Kalkulatorische Kosten
sind Kosten, denen kein Aufwand (o-der ein Aufwand in geringerer Höhe)
gegenübersteht. Kalkulatorische Kosten dienen dazu, die Genauigkeit der
Kostenrechnung zu erhöhen:
» Die Kostenrechnung soll von Zufälligkeiten und Unregelmäßigkeiten
befreit werden, die ihre Stetigkeit stören, z.B. sollen aperiodisch, stoßweise
auftretende kalkulatorische Wagniszuschläge gleichmäßig auf
die Rechnungsperioden verteilt werden,
» Der Verzehr von Gütern und Dienstleistungen, der aber nicht als
Aufwand erfasst wurde, soll bei der Ermittlung des Erfolgs berücksichtigt
werden.
Die wichtigsten kalkulatorischen Kostenarten sind:
» Kalkulatorische Abschreibungen
» Kalkulatorische Zinsen
» »Kalkulatorische Mieten
» Kalkulatorische Wagnisse
» Kalkulatorischer Unternehmerlohn
Kalkulatorische Kosten sind häufig Kosten für einen entgangenen Nutzen - daher auch „Opportunitätskosten“ genannt (z.B. kalkulator. Zinsen, Mieten und Unternehmerlohn).
Beispiel: Steckt jemand z.B. Kapital in den eigenen Betrieb, dann verzich-tet er auf Zinseinkünfte, erleidet also einen entgangenen Nutzen. Würde er keine kalkulatorischen Zinsen ansetzen, dann fiele der Erfolg um diesen Betrag zu hoch aus, weil er ja nicht erwirtschaftet wurde (im Vergleich zu einer Fremdfinanzierung).
Kalkulatorische Miete
Sie sind der kostenrechnerische An-satz für die Nutzung von Räumlichkeiten,
unabhängig davon, ob diese angemietet sind oder sich im Eigentum der öffentlichen
Hand befinden (Opportunitätskosten für entgangene Mieteinnahmen).
Als Miethöhe wird ein ortsüblicher Satz veranschlagt. Die kalkulatorische
Miete wird durch die Anlagenbuchhaltung bereit-gestellt.
Kameralistik
Sie ist das Rechnungssystem im öf-fentlichen Sektor. Ihr Ziel ist der treuhänderische
Nachweis, woher Finanzmittel kommen und wohin sie geflossen sind (Rechenschaftslegung).
Kameralistik ist lediglich inputorientiert und ist nach Kapitel/Titel strukturiert.
Sie gibt den Ressourceninput an, ohne die Effizienz ihrer Verwendung messen
zu können
Der Begriff der Kameralistik wird auch für die Art der Buchführung verwendet: einfache Buchführung mit Buchung der Zahlungsvorgänge in einem einzigen, dreispaltigen Konto.
Kennzahlen
Kennzahlen sind vereinfachte und komprimierte Abbildungen der Wirklichkeit und
stellen zahlenmäßig erfassbare Sachverhalte in konzentrierter Form
dar. Sie geben als Soll-Größen die zu erreichenden Ziele vor und
dienen als Ist-Größen der Kontrolle der Zielerreichung.
Wesentlich für die KLR-Ziele Trans-parenz und Entscheidungsorientierung
sind Kennzahlen, die Abhängigkeiten, einen Status, eine Veränderung
im Zeitablauf quantitativ ausdrücken.
Kontraktmanagement
ist ein durchgängige Steuerungsprinzip, ein miteinander vernetztes System
von » Zielvereinbarungen auf Grundlage eines gemeinsamen Zielsystems
zwischen unterschiedlichen Ebenen:
Kontraktmanagement dient der Steuerung „Steuerung auf Abstand“ auf der Basis von Ergebnissen und Zielen soll die bürokratische Steuerung über Ein-zelanweisungen und hierarchische Eingriffe ablösen.
Kosten
Kosten sind bewerteter Verzehr von Ressourcen zur Erstellung und Ver-wertung
betrieblicher Leistungen in einer Rechnungsperiode. Auszahlungen (und Ausgaben
in der Kameralistik) hingegen orientieren sich an Geldbewegungen (Kassenwirksam-keit),
sie erlauben nur eine Finanzmittelsteuerung, Kosten hingegen eine Wirtschaftlichkeitssteuerung.
Kosten-/Leistungsartenplan
Er fasst in systematischer Form zu-sammen, welche Arten von Kosten und Leistungen
in einer Behörden anfallen können. Die Standard-KLR stellt als Grundlage
für den behörden-individuellen Kosten-/Leistungsartenplan den Bundeskonten-rahmen
sowie Zuordnungen von Titeln zu Kosten-/Leistungsarten bereit. Im Kosten-/Leistungsartenplan
werden z.B. die Kostenartenklassen unterschieden:
» für Personalkosten,
» für Sach- und Sonstige Kosten, u.a. Kosten für bezogene Waren
und Leistungen, auch: kalkulatorische Kosten,
» für Abgrenzungen
Kosten- / Leistungsrechnung (KLR)
Aufgabe der KLR ist die Erfassung und Zurechnung der Kosten und » Leistungen,
die durch die Behördentätigkeit anfallen. Sie dient u.a. der Transparenz
von Kosten und Leistungen und soll als Kern eines zukünftigen » Controlling
zur Verbesserung von Effizienz und Effektivität beitragen. Für die
KLR bestehen keine Vorschriften - mit Ausnahme der verbindlichen Standards der
Standard-KLR.
Kostenart
Kosten lassen sich nach drei Perspektiven klassifizieren: Kostenarten, -stellen
und -träger. Kostenarten zeigen an, welche Kosten angefallen sind. Kostenarten
werden nach der Art der verzehrten Ressourcen gegliedert, z.B. Personalkosten,
kalkulatorische Kosten. Die Kostenarten werden im Kosten-/Leistungsartenplan
dokumentiert » Bundeskontenrahmen).
Die Kostenartenrechnung gibt an, welche Kosten in welcher Höhe in einer
Periode angefallen sind.
Kostenplanung
Die Kostenplanung dient dem zielorientierten Einsatz der begrenzten Ressourcen
und ihrer Steuerung, damit die aufgestellten Leistungs- und Kostenziele erreicht
werden.
Die Kostenstellen planen ihren Ressourcenbedarf. Die Kostenplanung besteht aus
der Personalkosten-, der Sachkosten- und Investitionsplanung.
Die Kostenplanung ist das Gegenstück zur Haushaltsplanung. Der für
die Kostenplanung erforderliche Planungsprozess erhebt zudem den Anspruch, in
einem integrierten Planungsansatz die Grundlagen sowohl für die Kostenplanung
als auch für den Haushaltsansatz zu liefern.
Kostenstelle
Kosten lassen sich nach drei Perspektiven klassifizieren: Kostenarten, stellen
und -träger. Die Kostenstelle ist der Ort, an dem die zur Leistungserstellung
benötigten Ressourcen verbraucht werden. Sie ist ein selbständiger
Bereich der Behörde, für den der Anfall von Kosten erfasst und verfolgt
wird. Bei Kostenstellen unterscheidet man
» inhaltlich: » Hauptkostenstellen und » Hilfskostenstellen,
» abrechnungstechnisch: Verrech-nungskostenstellen (zur Vereinfachung
der Verrechnung primärer Gemeinkosten) und Verdichtungskostenstellen (zur
Aggregation von Informationen über mehrere Kostenstellen).
Die Kostenstellenrechnung gibt an, wo die Kosten in welcher Höhe angefallen sind.
Kostenträger
Kosten lassen sich nach drei Perspektiven klassifizieren: Kostenarten, -stellen
und -träger. Der Kostenträger gibt an, für welchen Zweck, also
für welches Produkt bzw. Teilprodukt (ggf. auch Projekt) die Kosten angefallen
sind. Eine vollständige Übersicht über alle Kostenträger
enthält der Produktkatalog. Dieser ist vor allem nach externen und internen
Produkten, also nach Empfängern außerhalb und innerhalb der Behörde
gegliedert.
Die Kostenträgerrechnung gibt an, wofür (welche Produkte) die Kosten
angefallen sind. Man unterscheidet eine Kosten-trägerstück- und eine
Kostenträgerzeitrechnung.
Kostensteuerung
Kostenrechnung bedeutet nicht mehr allein Kostenkontrolle, sondern zunehmend
Kostenmanagement und Kosten-steuerung. Sie zielt darauf, Tätigkeiten und
Aktivitäten ohne Wertschöpfung (z.B. überflüssige Verfahrensschritte)
zu vermeiden und wertschöpfende Tätigkeiten auf kostengünstigste
Art durchzuführen (z.B. die wirtschaftlichste Alternative auswählen).
Leistung
ist in der KLR nicht das Ergebnis menschlicher Arbeit, sondern beschreibt den
Output. Gegenstück zur Leistung sind die zu ihrer Erstellung verursachten
» Kosten. Das Verhältnis von Leistungen zu Kosten bezeichnet man
als » Effizienz.
Leistungsarten
Der » Bundeskontenrahmen gibt neben den Kostenarten (Klassen
5 und 6) auch Leistungsarten (Klasse 4) vor. Leistungen sind die in Geld bewerteten
Produkte einer Behörde in einer Periode, unabhängig davon, ob sie
zu Einnahmen führen oder unentgeltlich erbracht werden.
Insgesamt ist folgende Einteilung möglich: Umsatzerlöse (z. B. Gebühren,
Entgelte), sonstige Erlöse, kalkulatorische Erlöse.
Leistungsrechnung
Die Leistungsrechnung ist der „siamesische Zwilling“ der Kostenrechnung.
Ziele der Leistungsrechnung sind neben der Leistungstransparenz (Mengen, Einnahmen,
Qualität) die Ermittlung und Beurteilung der » Effizienz.
Die Qualität lässt sich nicht direkt messen, sondern nur näherungsweise
über » Indikatoren. Neben der Produktqualität sind Prozess-
und Poten-zialqualität mögliche Qualitätsdimensionen.
Leistungsverrechnung
Man unterscheidet die » innerbehördliche (innerbetriebliche)
und die noch nicht ausgestaltete zwischenbehördliche Leistungsverrechnung.
Leitbild
Es spiegelt die Organisationskultur eines Betriebs und formuliert kurz und prägnant
dessen strategische Ziele sowie sein Selbstverständnis und das seiner Mitglieder.
Leitbilder übernehmen damit eine wichtige Orientierungsfunktion für
die Mit-glieder und die betroffenen Externen und sollen die Identifikation mit
dem Betrieb unterstützen.
Unter Mission versteht man oft die externe langfristige Zielausrichtung,
die auf diesem Leitbild basiert und den Zweck der Organisation beschreibt; unter
Vision i.a. die interne Zielrichtung.
Neue Steuerung
» New Public Management
Neues Steuerungsmodell (NSM)
Es ist die kommunale Ausprägung eines » New Public Management
in der Bundesrepublik und Wegbereiter für eine neue Steuerung auch in der
staatlichen Verwaltung. Vor dem Hintergrund der Inputsteuerung, die nicht die
Leistung, sondern den maximalen Ressourcenverbrauch belohnt und aufgrund der
Erfahrungen der niederländischen Stadt Tilburg trieb die KGSt unter G.
Banner („Von der Behörde zum Dienstleistungsunternehmen“)
seit 1991 auf kommunaler Ebene die Einführung eines "Neuen Steuerungsmodells"
(NSM) voran.
Hauptmerkmale des NSM sind:
Diese Binnenmodernisierung wird begleitet durch Marktelemente, die als Leistungsverstärker dienen:
New Public Management (NPM)
NPM ist ein internationales, integriertes Reformkonzept für den öffentlichen
Sektor. Es zielt auf inhaltliche statt auf formale Rationalität, auf Effektivität
und Effizienz und rückt die Ergebnisse öffentlichen Handelns in den
Vordergrund. Wesentliche Merkmale sind: » Outputsteuerung, Begrenzung
von Aufgaben auf Gewährleistungsaufgaben, zentrale Rolle des Men-schen,
dezentrale Organisation (z.B. » dezentrale Ressourcenverantwortung),
Reorganisation der Geschäftsprozesse, Adressaten- und Wettbewerbsorientierung,
z.B. durch Quasi- Wettbewerb.
Outputsteuerung
Die Wirkungen und Ergebnisse des Verwaltungshandelns sollen im Vordergrund stehen
– im Gegensatz zur üblichen Inputsteuerung vor allem über Haushalt,
Stellenplan, verbunden mit Übersteuerung (z.B. Vorschriften) sowie Unter-steuerung
(strategische Ausrichtung der Behörden).
Im » Neuen Steuerungsmodell wird das » Produkt die
zentrale Maßeinheit und Steuerungsgröße. Operatives »
Controlling und » Kosten- und Leistungsrechnung sind
weitere Elemente der Outputsteuerung (Management by results).
Plankostenrechnung
Die Plankostenrechnung ist eine Vol-kostenrechnung, die auf Plankosten (geplante
Einzel- und Gemeinkosten) basiert (Gegenbegriff: Istkostenrechnung). Die geplanten
Kosten (Planmengen * Planpreise) werden mit den tatsächlich ange-fallenen
Kosten verglichen, so dass eine Soll-Ist-Analyse möglich ist.
Die starre Plankostenrechnung gestattet nur eine sehr eingeschränkte
Analyse der Soll-Ist-Abweichungen, weil sie Kostenabweichungen aufgrund veränderter
Kapazitätsnutzung („Beschäftigung“) nicht beachtet. Die
flexible Plankosten-rechnung ermöglicht es, mit Hilfe der „Kostenauflösung“
eine Anpassung auf die Ist-Beschäftigung vorzunehmen.
Die flexible Plankostenrechnung kann die Ursachen für Abweichungen
identifizieren, vor allem Beschäftigungs- Mengen- und Preisabweichungen.
Produkt
Die Leistungen einer Behörde werden zu Produkten zusammengefasst, die in
der KLR und später im Controlling Dreh- und Angelpunkte für die Beurteilung
und Steuerung (u.a. der Wirtschaftlichkeit) sind. Ein Produkt ist charakterisiert
durch:
» Ziel-/Ergebnisbezug, d.h. auf ein (nach Möglichkeit) messbares
Ergebnis ausgerichtet,
» Adressatenorientierung, d.h. es besteht Klarheit über den Empfänger
der Leistung.
Man unterscheidet externe Produkte (Kernleistungen und nach außen abgegebene Leistungen) und interne Produkte (innerbetriebliche Leistungen). Externe Produkte sind für jede Behörde in einem mehrstufigen Prozess zu beschreiben, für die Produktbildung ist deren Steuerungsrelevanz ein wichtiges Kriterium.
Kernleistungen, denen kein externer Empfänger zugeordnet werden kann
(z.B. Erzeugen von Informationen in Daten-sammlungen, die danach nicht in ein
externes Produkt einfließen), bezeichnet man als fachspezifische interne
Produkte.
In der Standard-KLR sind 28 Produkte (neu!) des allgemeinen Verwaltungsbereichs
bereits vordefiniert, die müssen noch behördenspezifisch angepasst
werden.
Um den politischen Auftrag von Behörden und den damit verbundenen Leistungserstellungsprozess
auch kostenmäßig transparent abzubilden, sind alle Produkte in einem
umfassenden Produktkatalog systematisch zu beschreiben. Die kostenmäßige
Produktsteuerung erfolgt auf mehreren Ebenen:
» Produktbereich
» Produktgruppe
» Produkt (@ Kostenträger)
» ggf.: Einzelauftrag
Neben Produkten können auch Projekte (= nicht dauerhaft erbrachte Leistungen) definiert werden.
Produkthaushalt
ist im Gegensatz zum herkömmlichen Haushalt nicht input-, sondern outputorientiert,
da er nach Produkten und nicht nach dem kameralen Gruppierungsplan gegliedert
ist. Der Produkthaushalt setzt eine KLR voraus.
Produktivität
Mengenmäßiges Verhältnis von Output (Ergebnis) zu Input (eingesetzte
Ressourcen).
Projekte
sind zeitlich befristete, meistens bereichsübergreifende und komplexe Leistungen,
sie werden in der Kostenträger-rechnung wie externe Produkte behandelt
und stellen neben den Produkten einen eigenständigen Kontonummernkreis
dar.
Qualitätsmanagement
System, das der Sicherstellung einer definierten Qualität der Produkte
dient und damit zum Senkung von Fehlerkosten beitragen soll; Vorgaben dafür
enthalten DIN ISO 9000 ff. Weiterführende Systeme sind das weit verbreitete
EFQM-Modell (European Foundation for Quality Management) und das Total Quality
Management (TQM).
TQM steht für eine Anfang der 80er Jahre in den USA aus Japan mit relativ
großem Erfolg reimportierte Unternehmens-strategie, die sich am Ziel der
größtmöglichen Kundenzufriedenheit orientiert und versucht,
den gesamten Produktions- und Dienstleistungsprozess hierauf abzustimmen. TQM
umfasst fünf Dimensionen: Kundenorientierung, Prozessver-besserung, Verantwortungsübertragung,
ständige Ergebnismessung und aktive Führung durch das Top-Management.
Wesentliche Elemente des Qualitätsmanagements sind die Entwicklung von Qualitätszielen, -standards und –indikatoren sowie die Einrichtung einer Qualitätskontrolle, die sich auf den gesamten Unternehmensprozess bezieht und nicht nur auf das Stadium der „Endkontrolle".
Rechnungswesen
Aufgabe des Rechnungswesen ist es, alle wirtschaftlichen Gegebenheiten und Vorgänge,
im einzelnen und gesamten, zahlenmäßig nach Geld und – soweit
möglich nach Mengeneinheiten zu erfassen. Das Rechnungswesen dient in erster
Linie der Erfassung der Geschäftsvorfälle (Dokumentationsfunktion)
sowie der Kontrolle der Wirtschaftlichkeit und Rentabilität der betrieblichen
Prozesse (Kontrollfunktion); es liefert darüber hinaus Unterlagen für
die zukünftige Planung (Dispositionsfunktion).
Neben diesen internen Aufgaben hat das Rechnungswesen auch eine externe Funktion,
vor allem die Rechenschafts-legung.
Regelkreis
Der Regelkreis entstammt der Kybernetik und bezeichnet ein dynamisches System,
bei dem eine Größe (z.B. Temperatur als Regelgröße)
fortlaufend von einer Messeinrichtung (Thermometer) erfasst und mit einem Sollwert
(Soll-Temperatur als Führungsgröße) verglichen wird.
Durch Rückkopplung sorgt das System dafür, dass die zu regelnde
Größe (Temperatur) auf konstantem Niveau (im Sollwertbereich), gehalten
wird, auch dann, wenn Störungen von außen einwirken (etwa Hitze oder
Kälte).
Dieser in der Technik und Biologie anzutreffende Regelkreis dienst als Modell
für die Steuerung durch » Controlling.
Standard-KLR des Bundes
Konzept einer „qualitätsorientierten Plankostenrechnung“ als
Standard für die Einführung von KLR in der Bun-desverwaltung, dokumentiert
im KLR-Handbuch für die Bundesverwaltung (VSF H 9001, August 1997).
Es unterscheidet inhaltliche Standards - sowohl mit (z.B. Kosten-/Leistungsarten-Plan)
als auch ohne weitere Möglichkeit der Detaillierung (z.B. Bewertungsregeln)
und methodische Standards (Vorgehens- und Einführungshilfen, z.B. Aufstellen
von Produktkata-logen, Projektmanagement).
Teilkostenrechnung
Sie rechnet den Kostenträgern nicht alle Kosten zu, sondern nur die »
variablen Kosten. Dies unterscheidet sie von den Vollkostenrechnungen.
Man verzichtet auf die Verteilung der fixen Kosten, die man lediglich als Kostenblock
berück-sichtigt. Teilkostenrechnungen dienen vor allem der Verbesserung
von Entscheidungen und Kostenkontrollen. Der » Deckungsbeitrag
(= Erlöse minus variable Kosten) ist für bestimmte Entscheidungen
wichtiger als die Vollkosten (die geschlüsselte Kosten enthalten).
Template
Englische Bezeichnung für "Schablone". Templates sind "Mustervorlagen",
die der Anwender jeweils mit neuen Inhalten füllt. Sie werden in verschie-denen
Bereichen verwendet. Templates in der KLR, dienen dazu, Softwareeinstellungen
zu vereinfachen, indem z.B. gleiche Einstellungen für mehrere Behörden
nur einmal vorgenommen werden müssen. Dadurch lässt sich das »
Customizing vereinfachen. Es gibt Templates für mehrere Module
eines KLR-Systems, z.B. Berichtswesen, Anlagenbuchhaltung.
Transaktionskosten
sind die neben der „Produktion“ durch Koordination am Markt entstehenden
Kosten, sie umfassen alle bei vertraglichen Koordinationen anfallenden Informations-,
Anbahnungs-, Vereinbarungs-, Abwicklungs-, Anpassungs- und Kontrollkosten. Sie
verbleiben auch dann, wenn die Leistungserstel-lung privatisiert worden ist,
z.B. Vertragsänderungen, Qualitäts-sicherung. Der Transaktionskostenansatz
ergänzt die klassische Kostenrechnung durch die Berücksichtigung der
Koordi-nationskosten einer Leistungserstellung.
Überführungsrechnung
ist ein Rechnungssystem, das die Verbindung zwischen dem Haushalt und der KLR
durch eindeutige Zuordnung von Haushaltstiteln zu KL-Arten sicherstellt (vgl.
auch » Abgrenzungsbericht).
Variable Kosten
Variable Kosten sind Kosten, die sich bei Schwankungen des Beschäftigungsgrads
(= Kapazitätsauslastung) unmittelbar ändern, d.h. die in Abhängigkeit
von der produzierten Menge steigen oder sinken. Bsp. PKW: Benzinverbrauch, Reifenver-schleiß,
dagegen sind Kfz-Steuern » fixe Kosten. Variable Kosten können
proportional, unter- oder überproportional zur produzierten Menge variieren.
Vermögensnachweisrechnung
die Buchführungs- und Rechnungslegungsordnung für das Vermögen
des Bundes (VBRO) hat den Zweck, den Bestand des Vermögens und der Schulden
zu Beginn des Rechnungsjahres, die Veränderungen während und den Bestand
am Ende des Rechnungsjahres nachzuweisen. Die Vermögensrechnung soll ferner
darlegen können, in welcher Höhe die Haushaltseinnahmen und -ausgaben
zur Vermehrung oder Verminderung des Vermögens oder der Schulden im Laufe
des Rechnungsjahres geführt haben.
Die Vermögensrechnung des Bundes beschränkt sich inzwischen auf Forderungen,
die geldwerten Rechte und Schulden. Über das Sachvermögen werden Nachweise
geführt (z.B. das Bundesgrundbesitzverzeichnis). Die VBRO (1953) ist inzwischen
weitgehend überholt, weil sich die Vorstellungen über den Sinn einer
Vermögensrechnung gewandelt haben.
Verwaltungsgemeinkosten
sind die Kosten für die Leitung und Verwaltung der Behörde, z.B. Büromaterial,
Abschreibungen auf die Geschäftsaus-stattung. Die Besoldung/ Gehälter
werden durch die » Zeitaufschreibung direkt den Produkten zugeordnet,
gleichsam zu Einzelkosten umgewandelt.
Vollkostenrechnung
Gegensatz zur » Teilkostenrechnung
Wirkung
bezeichnet den beim Empfänger hervorgebrachten Nutzen (»outcome«).
und ist das Gegenstück zu den beabsichtigten » Zielen, denen
die Erstellung des Produkts dienen soll. Das Verhältnis von Zielen zur
Wirkung bezeichnet man als » Effektivität.
Neben der Kosten- und Leistungsrechnung, die sich vornehmlich mit » Effizienz
und » Prozesseffizienz (» 3-E-Konzept) befasst,
ist eine Wirkungsrechnung erforderlich. Sie stellt die Ziele und die erreichten
Wirkungen gegenüber - anhand von quantifizierbaren und qualifizierbaren
Indikatoren und Kennzahlen.
Beispiel: Ziel ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit, Indikatoren sind
die Zahl der Verkehrsunfälle.
Wirtschaftlichkeit
Sie ist zentraler Maßstab zur Beurteilung der Behördenleistung in
der KLR und besagt allgemein, dass ein günstiges (im Gegensatz zur »
Produktivität) wertmäßiges Verhältnis zwischen Ergebnis
und Mitteleinsatz anzustreben ist. Man unter-scheidet gemäß dem »
3-Ebenen-Konzept die Effizienz (Verhältnis Output «»
Input und die Prozesseffizienz (Verhältnis Soll-«» Ist-Kosten).
Wissensmanagement
bedeutet Bereitstellung und Nutzung aller Informationen für eine optimale
Aufgabenerfüllung zu managen, wobei Orga-nisation und Verhalten der Mitarbeiter
einzubeziehen sind. Nicht nur das technische Potenzial der IT ist umfassend
zu nutzen, sondern auch das latente Wissen der Mitarbeiter (Erfahrungswissen,
"tacit knowledge"). Die Bedeutung der Ressource "Information"
für den Unternehmenserfolg erfordert einen Chief Information Manager (CIO)
im Management.
Zeitaufschreibung
Sie dient lediglich der Zuordnung von Personalkosten auf die Produkte (und Kostenstellen).
Sonst gäbe es einen großen Block von Personalgemeinkosten, der den
Produkten nur indirekt, also zu ungenau über » Bezugsgrößen
zugeordnet werden könnte.
Für die Zeitaufschreibung gibt es mehrere Verfahren: die Beleg-Erfassung
von Stunden und Mengen verliert an Bedeutung gegenüber der PC-gestützten
Erfassung (durch EXCEL-Makros, Erfassungsmodule der KLR-Software bzw. neuerdings
der browsergestützer Erfassung.
Die Aufschreibungen erfolgen anonym. Das IT-System ordnet den erfassten Stunden
die Stundensätze zu und speichert nur die errechneten 0-Beträge. Zeitaufschreibungen
können bei richtiger Organisation nicht zur individuellen Leistungs-kontrolle
benutzt werden. Insofern ist die SAP-Bezeichnung „Leistungsdatenerfassung“
für diese Aufschreibung miss-verständlich.
Neben den Zeiten werden auch die erzeugten Mengen erfasst, daher wäre es
besser von „Produktaufschreibung“ zu sprechen.
Für die Zeitaufschreibung hält die Standard-KLR einen Musterbeleg
als Option bereit. Alternativ können die Stunden direkt am PC erfasst werden,
in der Praxis verwendet man EXCEL-Tabellen oder Erfassungsmasken der KLR-Software.
Die Aufschreibungen erfolgen anonym. Das IT-System ordnet den erfassten Stunden
die Stundensätze zu und speichert nur die errechneten 0-Beträge. Zeitaufschreibungen
können bei richtiger Organisation nicht zur individuellen Leistungs-kontrolle
benutzt werden.
Ziele
Sie drücken ein anzustrebendes Ergebnis aus. Man unterscheidet finale und
modale Ziele; modale Ziele haben der Erreichung der nach Möglichkeit messbaren
finalen Ziele zu dienen.
Beispiel: die Vorschriftentreue als modales Ziel darf nicht verabsolutiert werden,
so dass man fatalerweise das finale Ziel, z.B. der Gestaltung gesellschaftlicher
Bedürfnisse, vor lauter Vorschriftentreue aus den Augen verliert.
Zielvereinbarungen
Zielvereinbarungen sind verbindliche Absprachen (kein Diktat von oben!) zwischen
zwei Ebenen für einen festgelegten Zeitraum über die zu erbringenden
Leistungen, deren Qualität und Menge, die hierzu bereit gestellten Ressourcen
(wie Budgets) sowie über Art und Inhalt des Informationsaustausches und
das Verfahren bei Abweichungen. Es gilt der Grundsatz: Leistungsversprechen
gegen Ressourcengewährung.
Zielvereinbarungen ersetzen das Steuern über Einzeleingriffe und Einzelanweisungen
durch ein „Steuern auf Abstand“ auf der Grundlage von Zielen oder
Ergebnissen » Kontraktmanagement. Diese neue Steuerung soll die
„Kontraktpartner“ zu einer stärkeren Ziel- und Ergebnisorientierung
verpflichten, vgl. auch » dezentrale Ressourcenverantwortung.
Die größe-re Selbständigkeit schuldet aber eine Rechenschaft
über die Einhaltung der Zielvereinbarung.
Vereinbarungen zwischen Personen der gleichen Ebene bezeichnet man meistens
als Leistungsvereinbarungen.
Zuschlagskalkulation
Verfahren der Kostenträgerstückrechnung (» Kalkulation)
zur Ermittlung der Stückkosten, wenn mehrere Produktarten hergestellt werden,
deren Kostenstruktur unterschiedlich ist. Bei der Zuschlagskalkulation wird
zwischen Einzel- und Gemeinkosten unterschieden. Die Gemeinkosten werden durch
einen Zuschlag, z.B. auf Personaleinzelkosten, berechnet.